Gendergraphien

Ringvorlesung | Montags, 18 – 20h | LMU München | HGB A 014

vorbeischauen? vorbeischauen!

gendergraphien

Veranstalter: Prof. Paula-Irene Villa, Lehrstuhl Soziologie der Geschlechterdifferenz, Institut für Soziologie, Ludwig-Maximilians-Universität München München

Gender und Körper gelten nicht mehr als objektiv gegebene, unverfügbare Tatsachen – weder in der alltäglichen Praxis noch (und erst recht nicht) in der wissenschaftlichen Reflexion und Forschung. Ob beim Gender-Tuning durch Botox-Spritze und plastische Chirurgie, bei der medialen Inszenierung metrosexueller Männlichkeit oder beim geschlechtersensiblen Karriere-Coaching: Allerorten bedienen sich Menschen ihres Körpers als Rohstoff und Ressource, um ihn gemäß normativer Imperative – ganz und gar freiwillig – zu gestalten. Diese Körper sind und werden immer auch geschlechtlich codiert. Im transdisziplinären Diskurs der Geschlechterforschung werden Geschlecht(s)Körper als Effekte des Tuns, Deutens und Sprechens verstanden und als solche in Bezug auf ihre Historizität und Normativität befragt sowie auf ihre Bedeutung für ökonomische, politische und kulturelle Prozesse. Eine Perspektive auf Geschlecht impliziert also auch eine Perspektive auf den Körper und vice versa. Gerade in der Verknüpfung dieser beiden Perspektiven liegt ein großes Potenzial.
Die interdisziplinäre Ringvorlesung ‚Gendergraphien’ nimmt dies zum Ausgangspunkt und stellt die Überlegungen namhafter Wissenschaftler/innen der LMU und des benachbarten – transalpinen – Raums vor. Diskutieren Sie mit uns über den kulturellen Naturkörper (oder den natürlichen Kulturkörper?) des Geschlechts.

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26.10.2009 Paula-Irene Villa, LMU München, Soziologie
Gendergraphien. Perspektiven der
(Geschlechter-)Soziologie auf Körper – Wissen – Praxen
(zugleich Antrittsvorlesung Prof. Villa)

02.11.2009 Elisabeth Holzleithner, Univ. Wien, Rechtsphilosophie
Transgender: Körper, Geschlecht und Identität zwischen
Rechtszwang und Autonomie

09.11.2009 Barbara Vinken, LMU München, Kulturwissenschaft
Der Stoff, aus dem die Körper sind

16.11.2009 Armin Nassehi, LMU München, Soziologie
Geschlecht als Dysfunktion

23.11.2009 Andreas Kraß, Univ. Frankfurt/M., Ältere Deutsche Literatur
Prekäre Männlichkeit: Vom höfischen Ritter zum
metrosexuellen Mann

30.11.2009 Susanne Ihsen, TU München, Gender Studies in den
Ingenieurwissenschaften
Geschlechts- oder Berufsrolle?! – Übereinstimmungen und
Konflikte aus 100 Jahren Frauen im Ingenieurberuf

07.12.2009 Annette Keck, LMU München, Neuere Deutsche Literatur
Sex und Gender zwischen Avantgarde und Pop: Zur
Interdependenz von Kunst und Gender-Theoremen

14.12.2009 Romy Fröhlich, LMU München,
Kommunikationswissenschaft
Zwischen Freundlichkeitsfalle und Glass Ceiling-Effekt:
Geschlechtsspezifisches Kommunikationsverhalten und
weibliche Karriereentwicklung in Medienberufen

11.01.2010 Maria Isabel Peña-Aguado, Akademie d. Bildenden Künste
München, Philosophie
Von Feminismus zur Geschlechtertheorie. Einige
ästhetische Überlegungen zum Imagen-Verlust des
Feminismus

18.01.2010 Sabine Maasen, Univ. Basel, Wissenschaftsforschung/-
soziologie
Die Körper im Zeitalter ihrer neurotechnologischen
Regulierbarkeit: Genderperspektiven überflüssig?

25.01.2010 Angelika Wetterer, Univ. Graz, Soziologie
Wer weiß was? Eine wissenssoziologische Topographie des
Geschlechterwissens

01.02.2010 Nina Degele, Univ. Freiburg, Soziologie
Körper intersektional

08.02.2010 Andrea Maihofer, Univ. Basel, Soziologie/
Geschlechterforschung
Sozialistation und Geschlecht. Frauenkörper – Männerkörper
und vieles ‘dazwischen’